Materialien und Arten von Infrarotheizungen

Auf dem Markt werden im Prinzip 4 Bauarten bzw. Materialien von Infrarotheizungen angeboten
(Ich spreche hier ausschließlich von elektrisch betriebenen Infrarotheizungen).
Sogenannte Natursteinheizungen (Granit, Marmor), Glas-bzw. Spiegelheizungen, Leichtbauheizungen
und Keramikheizungen. Welche Art von Infrarotheizungen man bevorzugt ist erstens eine
Geschmacksfrage und zweitens auch eine Frage, welchen Stromtarif für diese Infrarotheizungen
verwendet werden. Natürlich kann man verschiedene Arten von Infrarotheizungen auch problemlos miteinander kombinieren. Zum Beispiel kann man im Wohnzimmer die Natursteinheizungen und Glasheizungen miteinander kombinieren, was meiner Meinung nach und ich spreche aus eigener Erfahrung, folgende Vorteile hat: In der Übergangszeit (Frühjahr, Herbst) kann man vorzugsweise mit der Glasheizung heizen z.B. abends zum Fernsehschauen. Im Winter heizt man eher mit den Natursteinheizungen und schaltet bei Bedarf die Glasheizung(en) dazu, falls es mal ausßergewöhnlich kalt sein sollte etc.
Ich werde anschließend versuchen, die einzelnen Bauartenarten näher zu beschreiben.

Natursteinheizungen
In der Regel handelt es sich hier um 1-3cm dicke Platten, die je nach Leistung größer oder kleiner sind. Ein Standardmaß wäre zum Beispiel 100cm/60cm. Eine solche Platte hat eine Leistung von ca. 1 kW und wiegt ca. 50 kg oder mehr. Aufgrund des hohen Gewichts würde ich solche Natursteinheizungen nicht unbedingt für die „Deckenmontage“ empfehlen.
In die Heizplatten werden Rillen gefräst, in die man Heizdrähte einlegt, die wie ein elektrischer Widerstand funktionieren. Die Heizdrähte werden sehr warm und geben Wärme an die Natursteinplatte ab, die sich so auf bis zu 90°C und mehr erwärmen kann. Diese Bauart bezeichnet man als gefräste Platte. Einige Hersteller verwenden anstatt Heizdrähten sogenannte Heizmatten oder Ähnliches, die auf der Rückseite der Platten vollflächig aufgebracht werden. Manche Hersteller von Natursteinheizungen mit solchen Heizelementen behaupten, dass ihre Platten gegenüber den gefrästen Platten deutlich weniger Strom benötigen würden. Ich habe solche Platten ausführlich mit Wärmebildkamera etc. getestet und kann leider diese Behauptungen so nicht bestätigen.
Aufgrund der großen Speichermasse benötigen 3 cm dicke Heizplatten etwas länger, bis sie ihre Maximal-Temperatur von z.B. 90°C erreichen. Dafür können solche Platten bis zu 2 Stunden und mehr die Wärme speichern und gleichmäßig nach und nach in den Raum wieder abgeben.
Ein maßgebliches Qualitätsmerkmal ist, dass die Oberflächentemperatur einer Strahlplatte möglichst gleichnmäßig warm (homogen) wird bzw. ist und zwar egal ob es sich um eine Natursteinheizung, Glasheizung etc. handelt. Dieses ist jedoch leider sehr sehr häufig nicht der Fall, vor allem bei billigen Produkten. Ob die Strahlplatte wirklich gleichmäßig warm ist, kann man nur mit einer Wärmebildkamera sicher messen und feststellen.
Für Räume, die nicht permanent beheizt werden (zum Beispiel Gästezimmer) oder Räume, die kurzfristig und schnell beheizt werden sollen (zum Beispiel Hausarbeitsraum, Hobbyraum) empfehle ich Leichtbauheizungen oder Glasheizungen, weil diese schneller reagieren bzw. sich schneller erwärmen. Schlafzimmer und Badezimmer sind meiner Meinung nach Grenzfälle. Hier kommt es dann auf das individuelle Heizverhalten an ob eine Natursteinheizung oder eine andere Bauart verwendet werden soll.  

Glas-oder Spiegelheizungen
Solche Heizungen sind in jeder Farbe erhältlich und zwar rahmenlos oder mit unterschiedlichen
Rahmen (Holz, Alu, Messing etc.). Diese Heizungen werden wie Bilder aufgehängt und sind ganz
besondere Schmuckstücke in jedem Zimmer. Da die Speichermasse deutlich geringer ist als bei
Natursteinheizungen, erwärmen sich diese Heizungen auch schneller. Können jedoch die Wärme
nicht so lange speichern wie Natursteinheizungen. In den Übergangszeiten (Herbst, Frühjahr) sind
meiner Meinung nach Glasheizungen ideal geeignet, da sie recht schnell reagieren bzw. sich schnell erwärmen
und deshalb schneller ein Zimmer erwärmen können. Ganz besonders gut geeignet sind Spiegelheizungen für Bäder, Flure und WC`s., denn man hat dann nicht nur einen Spiegel, sondern gleichzeitig auch eine (Infrarot)Heizung.
Aber aufgepasst: Auf dem Markt sind auch „Spiegelheizungen“ erhältlich, die nicht als Heizung gedacht sind, sondern vielmehr nur verhindern, dass der Spiegel z.B. im Badezimmer „anläuft“. Das hat dann mit einer Infrarotheizung nichts zu tun.

Leichtbauheizungen
Hier handelt es sich in der Regel um Metallheizungen wie zum Beispiel verzinktes Stahlblech, pulver-
beschichtet und lackiert. Diese sind in weiß und zum Teil auch in jeder anderen RAL-Farbe erhältlich.
Leichtbauheizungen sind meistens in 3cm Dicke auf dem Markt, es gibt aber auch 1cm Platten. Solche Leichtbauheizungen sind viel viel leichter als z.B. Natursteimheizungen. Eine Leichtbauheizung mit den Maßen
120cm/60cm/3cm wiegt z.B. lediglich 12 kg und ist deshalb auch sehr gut zur Deckenmontage geeignet. 
Die Leichtbauheizungen werden binnen 2-4 Minuten warm und geben Infrarotwärme in den Raum ab.
Das heißt, solche Heizungen reagieren sehr schnell, können aber die Wärme nur einige Minuten speichern.

Keramikheizungen
Hierzu habe ich nahezu keine Erfahrungen.

Da jede Infrarotheizung ganz bestimmte Eigenschaften hat, die man auch mit Vor- und
Nachteile bezeichnen kann, sind Gespräche zwischen Kunde und Berater bzgl. dem
jeweiligen Heizverhalten, Nutzung der Zimmer, Budget etc. erforderlich, um für den Kunden
ein maßgeschneidertes Angebot bzw. ein ganz individuelles Heizkonzept entwickeln zu können.

Wichtige Hinweise
Äußerlich sind sich Natursteinheizungen, Glas-Spiegelheizungen und Leichtbauheizungen von
den unterschiedlichen Herstellern sehr ähnlich. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese auch
gleich gut sind, was die Qualität, Strahlungsleistung und den Stromverbrauch angeht. Hier gibt es himmelgroße Unterschiede. Ich kenne z.B. einen Fall, da sind 1-2 Tagen nach der Installation sämtliche Leichtbauheizungen in einem Haus ausgefallen. Da diese Leichtbauheizpanels die einzige Heizung in dem Haus waren, konnte tagelang nicht geheizt werden. Und das in der kalten Jahreszeit.
Anscheinend hat dieser Hersteller ungeprüfte und billigere Heizelemente in seine Heizungen eingebaut und darauf vertraut, dass diese schon funktionieren würden, was diese nicht taten. Normalerweise darf so etwas nicht passieren, denn der Hersteller solcher Heizungen muß seine Heizungen ausgiebig einen längeren Zeitraum testen, bevor diese in den Handel gelangen. Offensichtlich war dies hier nicht der Fall.

Deshalb empfehle ich jedem, der sich für Infrarotheizungen interessiert, sich an erfahrene und weitestgehend neutrale Berater zu wenden, die alle Bauarten von Infrarotheizungen anbieten und sich nicht von blumigen Werbeaussagen und den tollsten Versprechungen mancher Hersteller blenden zu lassen. Denn auch hier gilt: Papier ist geduldig.

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